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Bright Eyes

Every Day and Every Night EP

Bright Eyes - Every Day and Every Night EPa line allows progress, a circle doesn´t.
Der Alltag, endliche Weiten, die Weile eilt nicht.
"Sitting around, no work today. Try pacing to keep awake."
Wenn das Fernsehprogramm wie so oft versagt, sonstige Ablenkungen einen plötzlich wie blanker Unsinn erscheinen, muss man sich leider Gottes mit seinen Gedanken beschäftigen.
"Laying around, no school today. Just drink until the clock has circled all the way."
Und da jene abermals zum Eskapismus vor der Realität raten, sollte man schleunigst Alternativen finden, beziehungsweise scheint sowieso bereits alles zu spät. Denn wenn man sich alleine fühlt, die Einsamkeit einen wie so oft einholt, kann man sich nur mehr zuschießen.
So zumindest meint Oberst die Sache lösen zu können.
"Stumble around the neighborhood, with nothing to do. You are always looking for something to sniff, smoke or swallow."
Klingt verzweifelt ? Scheint er auch zu sein.
Mit "a perfect sonnet" geht der heitere Spaß weiter, indem er aufgrund seiner Einsamkeit Paaren den Tod wünscht. Natürlich nur symbolisch.
Und auch nur textlich, denn musikalisch ist track 2 das mit Abstand Fröhlichste.
Schnelle Akkorde, Pause ? Nicht gestattet ! Ohne Luftholen gehts von einer Textpassage in die andere, Hooklines satt.
"But i believe that lovers should be tied together and thrown into the ocean in the worst of weather and left there to drown, left there to drown in their innocence."
Als endgültige Erkenntnis gibt er "Now i believe that lovers should be draped in flowers and layed entwined together on a bed of clover, left there to sleep, left there to dream of their happiness." bekannt. Er ist zur Einsicht gekommen.
Im dritten Lied besingt er abermals den Alltag, wir verdienen unser Geld, daneben sind wir "fucking alone", so o-ton. Vielleicht sollten wir uns Hoffnung kaufen, Lichtblicke wären dann eventuell im Bereich des Möglichen.
Plötzlich "If you could change your days arranging them in some sweet new sequence." Lass den Alltag nicht über deiner Herr werden, weise ihn ab, egal wie düster und allmächtig er dir vorkommt. Verändere etwas, unternimm ! Da streichen die Geigen ins Delirium, da wimmert es im vierten Track.
five "neely o´hara".
Ein imposantes Stück, sehr elektronisch. Als ich zum ersten mal das Intro hörte, musste ich an ruhigere, atmosphärische Stücke von Aphex Twin denken, jene die in "Salad Fingers" sogerne verwendet werden..
So mitreissend herzzerreissend. Neely stellt hier nur ein Sononym dar, übergreifend auf einen selbst. Oberst beschreibt das Gefühl, wenn man morgens aufwacht, sich das Gesicht wäscht, einen Blick in den spiegel wagt und man denkt, man sei jemand komplett anderer. "And like Neely O´Hara you swallow your sleep and wake up in the morning to find out you are not who you used to be."

Die Quintessenz dieser EP scheint der Alltag, die damit verbundene Einsamkeit und entstehende Langeweile, bzw die Bewältigung derer zu sein.
Bestimmt ist es ganz und garnicht ratsam, sich ins Delirium zu befördern.
Ich glaube nicht, dass Conor Oberst jenen Zustand in den Himmel preist, obwohl man das gerne glauben möchte.
Meines Erachtens erstellt jene EP etwas ähnliches wie ein Konzept-Teil dar, es beschreibt, wie der Zustand der Lethargie und Apathie anfängt, sich entwickelt.
Gen Ende hält "Every day and every night" gar eine Lösung parat, insofern man sie zulässt.
placebojoe