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Bright Eyes |
Digital Ash In A Digital Urn |
Schnelle Schritte gefolgt auf lautes Atmen, ein Summen hallt durch den Raum, die Satzfragmente "Death. Data entry. Ant hill law. Encoded arc our common cause. Drink liquid clocks ´til i see god. Crystal display. Can´t turn it off." stellen mehr Fragen als sie beantworten.. "Shhhh.....shhhh.....shhhh, don´t talk. Don´t talk."Harte beats, wieder dieses Summen, es wird geredet, ein Klavier. Abermals lautes atmen. Die Uhr tickt. Abrupt läutet der Wecker. Time Code, das Intro. Schon munter ? "Gold mine gutted" folgt, etwas Rhytmisches, wie das ganze Konzept des Albums überhaupt. /Elektronik hatte man ja infolgedessen garnicht erwartet, frühere Werke waren größtenteils an den Folk angelehnte Schrammeleien, wer ahnt da eine überproduzierte, elektronisch klingende Platte ? Das eigentlich zum wundern Bewegende ist, dass "Digital ash....." gleichzeitig mit der Folk-Scheibe "I´m wide awake it´s morning" rauskam, somit also den entgegengesetzten Pol darstellt. Viele stellen durch das in den Himmerl gepriesene Country Teil jenes schwarze, düstere Werk in den Hintergrund, meines Erachtens schwer nachvollziehbar, da diese Cd der andren in Nichts nachsteht./ Oberst wollte zum tanzen einladen, was so gesehen totaler Schwachsein zu sein scheint, denn wer schwingt die Hüften schon gerne zu Texten, die den Tod behandeln, vom Schmerz erzählen und von Leid nur so triefen ?.... Auferstehung, Neubeginn und das Aufstehen, obgleich diese positiven Elemente im Grunde den Kern dieses Albums darstellen, zählen die negativen natürlich wie immer gewichtiger. Man sitzt neben den Boxen, lässt sich Zeilen wie "Each morning she wakes with a dream to describe. Something lovely that bloomed in her beautiful mind. I say. I´ll trade you one, for two nightmares of mine. I´ve got somewhere i die. I´ve got somewhere we all die." durch den Kopf gehen. Man möchte darüber nachdenken, wird aber ohne Erbarmen weiter mit bedeutungsschwangeren Phrasen durchlöchert. Und das versteht sich ganz und gar im positiven Sinne. Selbst Liebeslieder können im Bright Eyes´schen Repertoire bestehen, führt man sich den Song "Ship in a Bottle" zu gemüte : er möchte der Chirurg sein, der sie aufschneidet, um all die Fehler des Lebens zu korrigieren, das Haus sein, indem sie aufwuchs, sich wohl fühlte. Eine reinigende, aufweckende Dusche. Nach dem gut gelaunten, genial-refrainigen "Light Pollution" und dem mit einer Harfe wunderbar versetzten "Theme to Pinata" ("I wish I had a parachute ´cause I´m falling fast for you.") folgt "Easy/Lucky/Free". Nach all dem Scheiß, der passiert ist, erscheint Conor Oberst tröstend und wohlwollend "But don´t you weep. Don´t you weep for us. There is no one as lucky. Honey don´t you weep. Don´t you weep for us. There is nothing, as lucky, as easy, free." Das Keyboard, das Mischpult, das Schlagzeug.......es scheint als wäre eine imposante Party im Gange, ein Schild davor "keine Saiteninstrumente!". Erlaubt ist alleine die sexy Violine, jedoch auch nur, weils sie so stimmig ist, hervorgehoben, jedoch nie aufdringlich. Hier und da schleicht sich Mister Gitarre ein um ein paar Akkorde zum Besten zu geben und danach auf schnellsten Wege zur Tür geleitet zu werden. Nun, nach diesen 12 Nummern bin ich mir im Klaren, dass dieses elekronische Experiment bitte keines bleiben, sondern bestehend und stets zelebriert werden soll, als wäre es nie als solche Gedacht gewesen. 10/10 |
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| placebojoe | VÖ: 2005 |