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Atari Teenage Riot |
60 Second Wipeout |
Atari Teenage Riot. Das ist Krach als Genussmittel. Lärm als Philosopie.Grundsätzlich entzieht sich das Phänomen Atari Teenage Riot zwar jedes kläglichen Versuchs verbaler Konkretisierung, doch versuch ich trotz allem mal, euch näherzubringen was diese Band ausmacht. Allen Lesern dieser Rezension, die ATR bislang noch nicht kennen- und schätzenlernen durften, sei gesagt, dass das vorliegende Manifest (genau wie die anderen Cds) all das beinhaltet und anschaulich darstellt, was ATR ausmacht: Extremismus! Dieses sowohl in rein musikalischer Hinsicht, denn geboten wird eine schwer zu entwirrende Mischung aus Gabba, Hardcore und sonstigen extremen technischen Sounds, als auch in ideologischer Form, die das Projekt um musikalischen Kopf und auch sonstigem Chef-Denker Alec Empire eindeutig als Verfechter der linken, revolutionären Weltsicht präsentiert. Damit wäre auch schon grob umrissen um was es geht, doch liegt es mir auch daran, den ungemein originellen Charakter dieser Formation zu verdeutlichen. Das vorliegende Album beginnt mit einem Paukenschlag namens "Revolution Action" und stellt damit von Anfang an unmissverständlich klar, dass das, was den Hörer in den knapp 55 Minuten dieses `99er Werkes erwartet mit nichts anderem als "Agression" zu bezeichnen ist! Dem einen oder anderen mag dieses zwar zu offensiv und/oder gerade deswegen diktatorisch klingen, doch stört es mich nicht im geringsten, denn wo sie Recht haben, haben sie Recht: die USA und der damit weltweit herrschende Kapitalismus sind schlecht (oder zumindest wert, kritisch begutachtet zu werden). Im speziellen heisst das, sich als Opfer dieses Systems bewusst zu werden und dagegen anzugehn, und sei es auch nur auf musikalischem Wege. Diese Gedanken ziehen sich systematisch wie ein roter Faden durch das gesamte Album und verdienen schon allein aufgrund ihrer Tatsache (wenn nicht deswegen, dann wegen der kompromisslosen Umsetzung) Beachtung und Anerkennung. Man kann es als Antwort auf den aktuellen Zeitgeist betrachten , der geprägt ist von akuter Politikverdrossenheit (siehe Love Parade "Friede, Freude, Eierkuchen" etc.) und Glorifizierung grenzenloser Stupidität (Big Brother-, Talkshow- und Solirien-"kultur"). Inwieweit ATR nun moralisch oder ästhetisch vertretbar sind, ist auf einem anderen Blatt geschrieben, sodass jeder selbst sein Urteil fällen sollte. Puhhh.. ![]() 9/10 |
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