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Blumfeld |
L’Etat Et Moi |
Die Zeiten sind schwer in Deutschland, alle Alexanders und Bohlens dieser Nation betreten die Musiklandschaft und verärgern den deutschen Hörer mit halbgaren 08/15 Kompositionen ohne Herz und Verstand. Deutschland ade? Nicht wirklich, gibt es doch genug gute Bands aus deutschen Landen die Anspruch mit grossartigen Musikalischen Verständnis verbinden. Eine davon ist ohne Zweifel die Hamburger Combo Blumfeld.Blumfeld bestechen auf ihrer zweiten und meiner bescheidenen Meinung n ach auch besten Platte mit der Poesie des Alltags. Wer von Blumfeld lediglich den eher mittelmässigen Schmachtfetzen "Tausend Tränen tief" kennt, wird kaum glauben können, dass diese Band bereits Platten mit Meilensteincharakter aufgenommen hat. L’Etat Et Moi ist so ein Meilenstein, und der Vorwurf, dass es sich bei Blumfeld um die Inkarnation der blutleeren Studentenrocker handelt, ist im Falle dieses Albums absolut ungerechtfertigt. Denn die Songs bedienen gleichermassen Kopf, Bauch und Füsse; die Tatsache, dass Jochen Distelmeyer jedes Wort in seinen Lyrics offenbar acht Mal dreht und wendet, muss einen nicht am Tanzen hindern. Songs wie "Jet Set" gehen fast schon heftig nach vorn, überaschen gerade die Fans die Blumfed erst seit dem Nachfolger Old Nobody kennen und zeigen die Band tief im Indie-Rock der späten Achtziger Jahre verwurzelt. Bei solch schnelleren Stücken vergisst Distelmeyer sogar ab und an die ihm selbst auferlegte Gleichgültigkeit, mit der er für gewöhnlich seine prosaisch formulierten Analysen und Betrachtungen eher spricht denn singt. Doch gerade diese scheinbare Beiläufigkeit verleiht einigen Songs das Mass an Intensität, das man von deutschsprachiger Rockmusik zuvor kaum kannte. Demzufolge setzte ich Vergleiche auch eher mit den Berlinern Element Of Crime an als Vertreter der Hamburger Schule (Tocotronic, Die Sterne) wo auch Blumfeld musikalisch die Bank drücken, zu benennen. Wenn Distelmeyer etwa im Text zu "Draussen auf Kaution" die ganz alltägliche und dennoch schmerzhafte Einsamkeit beschreibt, verfällt er dennoch nicht dem Einfall, nun als Sänger das ganz grosse Gefühl vermitteln zu müssen, sondern begnügt sich mit der Rolle des distanzierten Erzählers. Für die dramatischen Momente sind indes seine Mitmusiker zuständig, die (nicht nur) diesen Song fast hymnisch erklingen lassen. Ein wunderschönes deutsches Rockalbum! Ps: Vielleicht kommt einem das Cover ja irgendwie bekannt vor, ... es ist eine Adaption. Von wem verrat ich aber nich ... :p 9/10 |
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