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Agoraphobic Nosebleed/Converge

The Poacher Diaries

Agoraphobic Nosebleed/Converge - The Poacher DiariesEine Split-CD der besonders kranken und brutalen Machart, so könnte man die "erzwungene" Kooperation zwischen Converge und den Agoraphobic Nosebleeds (ich sags immer wieder gern: 1000 Bpm!) bezeichnen. Die Grundidee von Split-CD’s ist ja wohl in erster Linie, den Fans der entsprechenden Bands auch die Musik der anderen Kapelle näherzubringen (und natürlich dabei auch noch Geld zu sparen!)! Mit den nun genannten stehen sich zwei Bands aus unterschiedlichen Lagern gegenüber.

Erstere fahren ein wüstes, technisches, man könnte schon fast sagen technoides, Grindcoregeballer auf, das dem Wort "Extrem" eine neue Bedeutung verleiht. Von den neun Songs geht einer über zwei Minuten (!), ein anderer sogar drei (!!), alle anderen fegen aber unter 1:30 (!!!) aus den Boxen! Interessant ist aber vor allem, dass die Drums allesamt aus der Konserve kommen, man es den Songs aber in keinster Weise anhört! Wer zur Hölle programmiert so einen wüsten, abgefrickelten Kram? Haben Agoraphobic Nosebleed den Zuhörer noch nicht mit ihrem Geschnetzel aus Beats und Monsteriffs gebrochen, versetzen Converge den finalen Rettungsschuss. Sie sind definitiv die musikalische Apokalypse! Im Hardcore verwurzelt schlagen sie in eine ähnliche Kerbe wie Bands vom Schlage "The Judas Factor", "Botch" und "The Dillinger Escape Plan"! Ständig neben der Spur, verlangt dieser Bastard ungübten Ohren einiges ab. Allein vom extremen heiseren Kreisch-Shouting auch nicht für jeden uneingeschränkt zu empfehlen!

Anfangs grinden sie auch ganz gut los, heben sich dabei jedoch nicht besonders vom "Einheitsbrei" des Genres ab. In den Slow-Mo-Parts entwickeln sie jedoch eine so beängstigende Durchschlagskraft, das einem Angst und Bange wird. Teilweise lullen sie den Zuhörer mit sanften Melodien und eindringlichen Vocals ein, um ihm anschliessend sofort wieder musikalisch das Messer in die Rippen zu stossen. Wenn sich die Bande ihre Qualen nicht so von der Seele spielen würde, hätten wir wohl einige Serienkiller mehr . Einziges Manko ist dann leider mal wieder der Sound. Wäre die Produktion nur ein wenig fetter und drückender, hätte man die musikalische Inkarnation einer Abrissbirne.

Wer nach einem langen Tag Wut im Bauch hat möge sich diese Cd (oder andere der genannten Interpreten) zu Gemüte führen, und er werde geheilt. Versprochen.

8/10

Hörproben
Third Eye