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Bright Eyes

Lifted Or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground

Bright Eyes - Lifted Or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The GroundIch berichte nun von einem Jüngling, den die Fachpresse als neuen Kurt Cobain, Jim Morrison oder was auch immer für ein famoses Generationssprachrohr darstellt. Conor Oberst ist sein Name. Seine Band, Bright Eyes besteht insgesamt aus 11 Leuten, alles hochbegabte Musiker. Das Label seiner und noch vieler anderer Bands schimpft sich Saddle Greek und hat seinen Sitz im tiefsten Nebraska.


Oberst serviert dem Zuhörer ein Produkt pessimistischer Lebensanschauung in Reinform. Bewaffnet mit einer mutmasslich verstimmten Akustikgitarre jammert er in der Tonqualität eines veralteten Kassettenrecorders aus einem Autoradio. Rauschen im Hintergrund. Die Fahrerin summt ein paar Töne mit. Sechs Minuten lang schluchzt er sich in Ekstase. "The hook is in deep, boys, there is no more time. So you can struggle in the water and be too stubborn to die or you could just let go and be lifted to the sky... - dann bricht "The Big Picture" auf seinem Höhepunkt abrupt ab. Das war's. Der nächste Song, bitte.
Normal ist Conor Oberst nicht. Mit 13 verteilt er erste Demotapes, heute - mit 22 - hat er bereits acht Longplayer eingespielt (darunter 1 mit seiner Zweitband Desperaecidos), von diversen EPs und (Split-)Singles ganz zu schweigen. Und in dieser Zeit hat sich einiges geändert. Ging er früher noch alleine zum Weinen in den Keller, leistet ihm heute ein 38-köpfiges Kleinorchester in einem Studio Gesellschaft. Nur in wenigen Liedern wie dem Opener knarzt der Lo-Fi vergangener Tage aus den Lautsprechern. Statt dessen regnet es mit Pauken und Trompeten Glockenspiele aus einem Himmel voller Geigen. Grosse Gesten mit grossen Mitteln. Auskotzen, nicht kleckern!

In 73 Minuten verquickt Oberst Walzer-Schmalz ("False Advertising"), depressive Weltuntergangselegien ("Don't Know When But A Day's Gonna Come"), rührende Liebeslieder ("You Will. You? Will. You? Will. You? Will."), krude Countrysongs ("Make War") und dilettantisch wirkende Lo-Fi Delikatessen ("Waste Of Paint") zu einem schwer zugänglichen, aber grandiosen Meilenstein, der weniger Wünsche als vielmehr Fragen offen lässt. Zum Beispiel wie zum Teufel sich dieser Kerl noch steigern möchte. Ich mag garnich mehr schreiben...ich bin einfach nur sprachlos vor soviel Genie und Wahnsinn. MUSS man gehört haben!!!

10/10

Hörproben.
Third Eye