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Black Sabbath |
Masters Of Reality |
Nachdem ich vor einigen Tagen mal wieder, eher unfreiwillig Zeuge wurde, der schlimmsten Demütigung und auch Schmach die sich einer alternder Rockstar im Fernsehen nur geben kann, ... die Rede ist von der Osbourne Show, überkamen mich "die alten Gefühle". So legte ich einige Zeit später Masters Of Reality in den Player, was grundlegend wohl auch zu diesem Test führte. Nach dem grossen Erfolg ihres 1970er Albums "Paranoid" (UK#1, US#12) kehrten die [Mit]Erfinder des Heavy Metals zurück ins Studio um an ihrer neuen LP zu basteln. Das Resultat "Master of Reality" [welches später als Name für Chris Goss mehr oder minder bekannte Stoner Rock Band dienen sollte] (UK#5, US#8) erschien 1971, und wurde zum einzigen US Top10-Erfolg der Sheffielder. Wenn man so will, stellt das Album einen Bruch mit dem alten "Paranoid"-Sound dar. Alles ist grungiger (und das anno 1971), und impliziert mitunter viele Synthesizer-Klänge (wobei diese wirklich nicht nerven). "Paranoid" mag zwar das beliebteste, und bestverkaufte (allein in den USA ca. 4 Mio. mal) Album von Sabbath sein, "Master of Reality" stellt meiner Meinung nach aber das beste, weil abwechslungsreichste Werk von ihnen dar, und beeinflusste mit seinem Sound fast alle Metal-Bands die danach kamen wie kein anderer. Husten leitet "Sweet Leaf" ein. Das Stück befasst sich mit der Drogensucht der Band (besonders Ozzy). Der Text ist eine (naive) Ode an Haschisch. Beim Sound fällt auf, dass die Gitarre dermasen dumpf von Tony Iommi gespielt wird, das die Wände wackeln. Im Vordergrund plärt Ozzy den Text auf seine unachahmliche Art und Weise. "After Forever" ist ein Song der sich mit dem satanischen Image der Band auseinandersetzt (Der Song handelt über Religion und Glauben), und ist ausschliesslich von Iommi geschrieben. Im Gegensatz zum Album Paranoid fällt auf, dass alle Songs auf "Master ..." einen recht Sabbath-untypischen Groove besitzen. "Embryo" ist ein Instrumental, dessen Name auf die Einfachheit des Stückes hinweisen soll. Es leitet den wohl berüchtigsten Sabbath Song überhaupt ein... Ein Drum-stakato (g)leitet zu "Children Of The Grave" über. Die Musik (unheilvoller Synthy-Mittelteil) passt perfekt zum Text (der die Apokalypse heraufbeschwört). Nicht umsonst ist der Song ein Klassiker, und wird seit 30 Jahren auf jedem!!! Sabbath-Konzert gespielt. "Orchid" ist wie das zuvor genannte "Embryo" ein kurzes (1:30 min), von Iommi auf einer akkustischen Gitarre gespieltes, Instrumental, das wieder als eine Art Intro für den nächsten Song fungiert. "Lord Of This World" brummt mit lauter Gitarre aus den Lautsprechern. Der Song besticht gegen Ende mit einem schönen Iommi-Solo. Sabbath schaffen das Kunstück laute Stücke wie "Lord..." sich mit leiseren Tönen ("Orchid","Embryo" etc.) abwechseln zu lassen. Dadurch wirken die Iommi-Riffs im Gesamtkontext noch lauter und brutaler als ohnehin schon. Und wo wir schon bei leisen Tönen sind ... "Solitude" ist eine langsame Nummer, ähnlich "Planet Caravan" (vom Paranoid-Album). Der Song ist melodischer als für Sabbath üblich. Iommis Gitarrenspiel erinnert ein wenig an Carlos Santana, dazu ist das Stück sehr Basslastig. "Into the Void" setzt dem Album einen würdigen Schlusspunkt. Durch sein hartes Riff zu Beginn, einem schnellen Mittelteil (die meisten Sabbath Songs sind so aufgebaut), und einer Rhythm-Sektion, die trotz all ihrer Unzulänglichkeiten (bei aller Liebe zur Band, es gibt bessere Bassisten und Drummer als Geezer Butler und Bill Ward), der Musik, und besonders Tony Iommi, genug Spielraum zur Entfaltung gibt, hat der Song alles was Sabbath auszeichnet, und finaliert somit nich nur zu einem ganz besonderen Glanzpunkt des Albums sondern generell als einer von Sabbaths Besten. Summa summarum gilt es festzuhalten das Masters Of Reality wohl eine der 10 wichtigsten Platten im Hardrock Sektor is. Zwar klingt die Musik teilweise etwas flach (Sabbath sind zwar Visionäre, aber auf technischem Level maximal mittelmässige Musiker) ist aber anderseits so innovativ, dass sich kein Metal-Fan der Magie von Iommis Riffs entziehen kann. Was mir merkwürdigerweise früher nie wirklich aufgefallen ist, dafür jetze umso mehr, es ist teilweise verblüffend, wieviel Sabbath schon 71 dem Stil "Grunge" vorweg nahmen, der erst Ende der 80er in Seattle,WA entstehen sollte. (Und bekanntermassen erst 91 mit Nirvanas "Nevermind" seinen "kommerziellen" Durchbruch haben sollte.) 9,5/10 Hörproben |
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