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Air

The Virgin Suicides (OST)

Air - The Virgin Suicides (OST)Die wohligen Klänge des inzwischen schon gut fünf Jahre alten Moon Safari - Albums, haben die meisten vielleicht noch im Ohr. Sei es eine der erfolgreichen Singles wie Sexy Boy und All I need oder eins der vielen Instrumentale... Egal, folgenden Aspekt hatten alle Songs gemeinsam, sie waren zuckersüss. Eine Sahnecreme, die selbst den sonnigsten Sommertag noch heller erscheinen liess. Doch davon hatten Air inzwischen genug. Man schob noch das Sammelwerk Premier Symptomes (welches grösstenteils Tracks vor der Zeit Moon Safaris beherbergt) dazwischen und kündigte an, das es auf dem nächsten Album kantiger zur Sache gehen würde. Nun, das nächste Album hörte auf den Namen 10.000 HZ Legend, nach solch luftig lockeren Melodien, wirklich ein harter Brocken für Fans und Presse, an denen sich, nicht gerade wenige auch verschluckten. Vielerorts gab es schlechte Kritiken, welche sich wohl auch Air zu Herzen nahmen und mit dem neusten, gerade erschienenden Abum Talkie Walkie wieder an alte Zeiten anknüpften, ohne dabei jedoch Elemente aus der ...Legend Zeit zu verleugnen.

Es gibt ja aber auch noch das Jahr 2000. Sophia Coppola (Tochter von Francis Ford Coppola) brachte ihren Film The Virgin Suicides ins Kino. Den Soundtrack zu diesem Drama über den Selbstmord eines Mädchens in einer Grossfamilie sollten Air beisteuern.

Eben jener wurde dann auch komplett von ihnen eingespielt. Und es ist unverkennbar Air. Zwar scheint alles ein wenig dunkler, vielleicht sogar düster (da sollte sich schon der "neue" Weg abzeichnen), doch die Arrangements, die Klänge und die Tatsache, das es wieder fast ausschliesslich Instrumentale sind erinnern eindeutig an Air. Es gibt wieder nette elektronisch getragene Melodien und die übliche Verspieltheit. Allerdings ist alles etwas spartanischer sprich, die Instrumente sind etwas sparsamer eingesetzt und ein drittel der Songs basieren auf der selben Melodie, welche sich am Title Theme Playground Love orientieren. Die Instrumentale sind, getreu eines Score Soundtracks (ein Soundtrack, der eigens für den Film komponiert wird) auch mehr Stimmungsstudien als Popsongs. Das geschieht in perfekter Manier, man kann sich schon fast die Bilder vorstellen, und muss den Film wohl schon allein des Soundtracks wegen sehen.

Wer Moon Safari im Ganzen mochte, für den geht auch kein Weg an diesem Album vorbei. Air machen auch auf diesem "Sundtrack" wundervolle Electronica. The Virgin Suicides mag beim ersten Reinhören ein wenig langweilig klingen, doch das gibt sich schnell. Betörend verführend vermögen es Air zu fesseln, dazu kommen in einigen Songs gespenstische bis kryptische Sprechpassagen, die ohne den Film wohl wenig Sinn ergeben, aber ungemein "cool" klingen. Und dann ist da natürlich die Single Playground Love. Ein Song, so schwärmerisch wie All I need, stets knapp am Kitsch vorbei, allerdings ohne jemals wirklich in diese Gefahr zu geraten. Und wer das Video kennt, der weiss das nichts sentimentaler ist als ein singender Kaugummi. Alles in allem, gute Arbeit!

7,5/10

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Third Eye