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Acid Bath

Paegan Terrorism Tactics

Acid Bath - Paegan Terrorism TacticsAlice In Chains trifft Type O Negative trifft Carcass... oder auch, kurz und bündig: Sludge Metal. Das, so hab ich mir vor mehreren Jahren sagen lassen, ist der Schubladenbegriff für solche Art Bands. In eben jene Stilrichtung fallen auch Eye Hate God, die ich ja schon vor einiger Zeit hier vorstellte. Sludge Metal, das ist in etwa zu verstehen als eine Art Symbiose aus bösen Doom und dreckigen Grunge, zeitweise gemischt mit schnellen Death´n Roll. Genauso wie Eye Hate God, verstehen es auch Acid Bath ruhige Doomige, zeitweise ausschlisslich Akustische Passagen in ihre ansonsten vornehmlich sehr schnellen Konzepte einzubringen. Sänger Dax Riggs neigt dabei noch zur Schizophrenie, auf der einen Seite klingt er dem, leider im letzten Jahr verstorbenen, Alice In Chains Frontmann Layne Staley sehr ähnlich, insbesondere was die Harmonik in seiner Stimme betrifft, auf der anderen Seite glaubt man bei manchen Stücken eine Art Kinderfressenden Pennywise Verschnitt (ne Affinität zu "Clowns" scheint generell gegeben, man beachte die Hp) vor sich zu haben. Der Umschwung in seiner Stimme läuft manches mal nahtlos und verspricht, nicht nur da, grossen Abwechslunsgreichtum.

Generell sei gleich gesagt, dieses Album ist nix für Heulsusen und Warmduscher. Auch wenn ebend nicht immer Schnelligkeit Trumpf ist herrscht hier doch ausnahmelos das ganz üble Böse in Form der Lyrics, des Sounds, ja der ganzen Atmosphäre. Wer hier Hoffnung und Freude sucht ist an der falschen Adresse. Viel dazu bei trägt wohl die Handschrift des 80ér Jahre Grunges (obwohl dieses Album mitte der 90ér produziert wurde), also noch weit weg vom späteren Sound Nirvanas, die nach ihrem grandiosen Bleach anfingen das Genre in Form von Pop Verquickungen für den Massenmarkt puplik zu machen. Eine dreckige, ein wenig nach Garage klingende Produktion tut da ihr übriges.

Der grossartige Paegen Love Song leitet das Album relativ harmonisch ein, so zur Mitte des Songs glaubt man eine Type O Negative Komposition in den Kleidern des Grunges zu hören. Mal langsam wälzende Gitarrenwälle, unterbrochen von Breaks und etwas schnelleren Passgen, dazu Riggs Stimme, die für den Grossteil des Songs clean bleibt. Hat man sich als Unbedarfter an diesen, doch nich Alltäglichen Rock/Metal Sound gewöhnt, können auch Kompositionen wie Bleed Me An Ocean und Diäb Soulé (letzterer geht schon einiges härter zur Sache und besonders das Ende ist die reinste "Ohrenweide") gefallen. Ganz besonders hervorheben möchte ich aber die drei recht ruhig strukturierten Songs auf diesem Album, die da wären, Graveflowers, New Death Sensation und der Abschlusstrack Dead Girl. Jeder einzelne Song der eben aufgezählten besticht durch eine sehr konzentrierte Akustische Gitarrenarbeit und nicht zuletzt der fantastischen Vocalarbeit seitens Dax Riggs. Für die Death´n Roll Fraktion warten dann Locust Spawning, 13 Fingers und New Corpse auf, allesamt gewaltige, schnelle melodische Abrissbirnen vor dem Herrn.

Kauf- oder zumindest ersteinmal Hörempfehlung geht an all die raus die nicht mit knüppelharten schnellen Grunge auf Kriegsfuss stehen. Für die Statistik sei gesagt das Paegan Terrorism Tactics als eines der wichtigsten Werke des relativ unterbevölkerten Stils Slaudge Metals gilt. Kann ich nur bestätigen.

10/10
Third Eye