nächste Rezension

Alice in Chains

Dirt

Alice in Chains - DirtDas Album zeigt sich deutlich doomiger und avantgardistischer als der Vorgänger "Facelift" und ist somit um einiges facettenreicher geraten als das schon brillante Debüt. "Them Bones" und "Dam that River" kommen düster rockend daher, "Rain when I Die" erinnert in seiner langsamen Schwere an "Love, Hate, Love". Für die Balladenfraktion gibt es mit "Rooster" und "Down in a Hole" zwei der meiner Meinung nach besten ruhigen Songs überhaupt. Und "Would?" ist ja wieso einer der bekanntesten und beliebtesten Alternative-Rocksongs, die es gibt.
Das vollkommen bizarre Sickman bildet den Geheimtip des Albums: experimentell und mit überraschenden Wendungen ist der Song für einige vielleicht schon zu viel des Guten. Zusammen mit den Tracks "Junkhead", "Dirt", "Godsmack" (jetz wissen vielleicht endlich mal ein paar Leutz wo die bekannte US-Combo ihren Namen her hat, wenn man´s nich eh schon am Sound hören konnte), "Hate to Feel" und Angry Chair" (bei beiden letzteren zeigte Layne Staley erstmals, dass auch er ein wirklich versierter Songwriter ist) wird laut Jerry Cantrell hier die Geschichte eines Abhängigen geschildert, von der stumpfen Lobpreisung der Drogen bis hin zu konkreten
Selbstmordgedanken. Leider Gottes handelte es sich um keine fiktive Story, sondern um die des Layne Staley, eines der wohl besten Vocalisten aller Zeiten. Seine Sucht bedeutete letzendlich wohl auch das Ende dieser großartigen Band , doch mit "Dirt" hat sich AIC ein Denkmal gesetzt, das wohl noch Generationen von jungen Bands als Inspirationsquelle dienen wird...

9/10
Third Eye