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A Perfect Circle

Thirteenth Step

A Perfect Circle - Thirteenth StepÜber drei Jahre musste die Welt auf ein zweites Album zum Meisterstück Mer De Noms von A Perfet Circle, Zweitband des Charismatischen Untergangsredner Maynard James Keenan, hauptberuflich bei Tool tätig, warten. Hoffen und bangen das es mindestens so gut, ja hoffentlich sogar noch besser wird als das schon herausragende Debut. Um es gleich vorweg zu nehmen, ... in meinen Ohren ist es ... besser? Jein, vor allem anders. Und irgendwie, obwohl man es eigentlich garnicht darf, muss ich als Vergleich Tool heranziehen, die zwar indirekt mit dem Sound von A Perfect Circle wenig zu tun haben, aber im letzten Jahr ein Album rausbrachten das genauso wie es nun Thirteenth Step tut, völlig anders, will sagen atmosphärischer, ruhiger und in sich gefestigter klingt als sein Vorgänger, mehr als ein ganzes als einzeln betont.

A Perfect Circle ist anders als Tool keine wirkliche Rock Band, obwohl sie Rockmusik machen. Sie legen wesentlich mehr Wert auf Melodie, ruhige Momente besitzen gar Pop. Natürlich Pop in einer Welt wie sie Keenan sieht, völlig vertrackt, beinahe noch verschachtelter als es Tool mit ihrem Sound schon sind. Breaks und Melodienwechsel am laufenden Band. Hier dürfen allerdings auch mal warme Keyboardteppiche ausgelegt werden gleich neben verstörten lauten Gitarreneinsätzen, man siehe respektive höre im Übertrack Pet. Alles in allem wird diese Musik also niemals im Chartsmoloch zu finden sein, soviel ist mal klar.

Erwähnt werden sollte noch das das vorherige Lineup der Gruppe eine kleine Erneuerung hinter sich hat, die übrigens bei genauerer Betrachtung lustige Zusammenhänge besitzt. Die bezaubernde Paz Lechantin, kurzeitig bei Corgans neuem Projekt Zwan eingestiegen, jetzt wieder raus, überliess ihren Platz am Bass Jeordie White, den meisten eher bekannt unter seinem früheren Künstlernamen "Twiggy Ramirez" als ´Mittäter` der Band Marilyn Manson, der früher übrigens auch mal ganz kurz bei Nine Inch Nails den Soundchecker gab und dort den Tontechniker und jetzigen A Perfect Circle Gitarrenvergewaltiger Billy Howerdel kennenlernte. Der steht jetzt übrigens direkt neben James Iha (und was bin ich da im Kreis rumgesprungen ) der vorher und immer noch bei Zwan, ebenfalls als Gitarrist tätig war, früher bekanntlich bei den Smashing Pumpkins sein Brot verdiente und, jetzt kommts, oft gemeinsam mit Tool und Nine Inch Nails (die übrigens die allererste Tour mit A Perfect Circle machten) auf Tour ging ... Was sagt man dazu...

Das Album beginnt mit The Package relativ eintönig, denkt man jedenfalls im ersten Moment. Eine recht eingängige Melodie auf der E. dazu leise Drums und Keenans eindringliche Stimme die sich immer weiter steigert ... bis der Song auf einmal explodiert und in einem infernalen Rundumschlag mündet. Deftigster Gitarreneinsatz gepaart mit fesselnden Drumeinsätzen finaliert dieser Song schon ganz am Anfang als einer der besten des ganzen Albums. Je öfter man den Song hört, und das gilt ausnahmelos fürs komplette Album, versteht man immer mehr die Soundstrukturen, kann immer mehr "behind the scene" schauen und entdeckt immer mehr Details. Nach mehreren Durchläufen fesselt eben jener erster Song vom Anfang bis zum Ende. Weak And Powerless, die erste Single ist anders als es Judith vom Debut als erste war. Längst nicht mehr so eingängig, zwar immer noch mit einem unglaublich intensiven Refrain,der übrigens wunderbar untersetzt ist mit schnellen Drums dafür aber einer leichten Akkustik und einer E. was einen wirklich schönen Gesamtsound ergibt, aber wesentlich ruhiger im Gesamtbild daherkommt nicht mehr so hektisch. Wunderschön ebend. Überhaupt ist kein einzig wirklicher Chartskompatibler Hit auf Thirteenth Step vertreten, sollte man aber bei solchen grandiosen Songs auch nicht wirklich bemängeln. Die nächsten vier Songs, und damit der Mittelteil des Albums sind allesamt ruhige unglaubliche atmosphärische Rocksongs. gerade bei diesen vieren kommt der angesprochene Pop zum Vorschein. Aber ich wiederhole es gern nochmal, dieser Pop ist kein Pop wie der normale Zuhörer ihn kennte. Wenn Pop so im Radio zu hören wäre würden wir alle nur noch eben jenes tun. The Outsider gibt dann nach der langen Traumreise wieder ordenlich auf die Zwölf. Heavy subtile Gitarren, festes Drumming, knarzender Bass und Maynards Stimme erinnern noch am ehsten an das Debut. Crimes ist ein nettes Interlude genauso wie das drei Tracks folgende Lullaby das erstaunlicherweise wie Massive Attack in ihrer Frühphase klingt. Eine grosse Überraschung wartet dann noch mit der Failure-Cover-Grosstat "The Nurse Who Loved Me" auf, wo Keenan als Vokalist völlig neue Wege beschreitet als man es sonst von ihm gewohnt ist. MUSS man gehört haben. Das schon im Vorfeld angesprochene Pet ist nochmal extrem Heavy, böser und düsterer als alle Korn´s und Marilyn Manson´s dieser Welt zusammen. Gravity bildet den Ausklang, und macht ebend jenes ganz ausgezeichnet, packt nochmal alle wichtigen Faktoren dieser Band zusammen und bringt sie auf den Punkt.

Was wie eine "volle Punktzahl" -bewertung klingt, ist auch eine. Wenn man unbedingt noch nörgeln will, ... : die Interludes wären nicht wirklich nötig gewesen und man hätte stattdessen noch einen Song mehr mit drauf packen können. Desweiteren, obwohl ich das nicht wirklich für mich sage, sind die Songs respektive das Album sehr gewöhnungs- vor allen Dingen aber Zeitbedürftig. Mehrer Durchgänge sind Pflicht um den gesamten Kosmos um dieses Album zu verstehen. Wer sich darauf einlässt,... und es danach auch noch mag wird vermutlich, genauso wie es mir jetzt nach 6 Durchläufen ging, dieses Album zu den besten des Jahres zählen. Danke Maynard!

10/10

Hörproben
Third Eye