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And You Will Know Us By The Trail Of Dead |
Source Tags & Codes |
Es gibt Filme, die sollte man auf der grossen Leinwand sehen, Romane, die man besser im Original liest, Bier, das vor allem frisch gezapft schmeckt und Bands, die man live erleben muss. Als "And You Will Know Us By The Trail Of Dead" vor etwa drei Jahren ihr zweites Album "Madonna" herausbrachten, fehlte in kaum einer Rezension der Hinweis auf die Live-Qualitäten von "Trail Of Dead" (der Einfachheit halber kürzt man den Bandnamen lieber ab). Man sprach von der "besten Live-Band dieser Tage" und ging auch nicht geizig mit Superlativen um, wenn dann etwas über die (Studio-)Platte geschrieben wurde. Und nicht selten wurden ein Dutzend Bands genannt, an die die Texaner aus Austin erinnern sollen (es fielen immer wieder die Namen "Motorpsycho", "Butthole Surfers", "Pixies", "Fugazi", "At The Drive-In" und vor allem: "The Who" und "Sonic Youth"). Die Namen sprechen für sich ... und doch klingen "Trail Of Dead" völlig anders. Einzigartig.Ich hatte das Glück, "Trail Of Dead" vor knapp zwei Jahren in Berlin zu sehen. Und ein Konzert von eben diesen Chaoten ist tatsächlich eine Ansammlung von Aggression und Energie, die man vor der Kernspaltung nicht für möglich gehalten hätte (oder vor den Aufschlägen von Goran Ivanisevic). ![]() "Source Tags & Codes", das dritte Studioalbum der Kapelle, beginnt entspannt. Ein kurzes Piano-Intro lullt einen ein, im Hintergrund rauscht und fiept es, als wenn jemand nach dem richtigen Radiosender sucht (man denkt an "The Wall" und "Wish You Were Here" von Pink Floyd (ihr merkt, ich bin wieder dermassen auf dem P.F. Trip ), das Intro vom Vorgängeralbum Madonna ist kurz zu vernehmen, "Stairways" verweisen auf Led Zeppelin). Dann nimmt die Ruhe vor dem Sturm ein rohes Ende, wenn Bass, Gitarre und Gesang einsetzen; ob es der Refrain oder die Strophe sein soll, will da nicht interessieren - die Wucht tötet jeden Willen zur Reflexion. Wenn dann auch noch der Drummer in einem wahnsinnigen Uptempo auf sein Geräte eindrischt, als wolle er den Einmarsch von zehntausend heulenden Höllenhunden vertonen, und die ganze Energie dann wieder zurückgenommen wird, nur um kurze Zeit später das Tempo wiederaufzunehmen, glaubt man Zeuge zu sein bei der Wiedergeburt der von vielen schon totgesagten Indie-Rock-Kultur. Was "Trail Of Dead" können, können momentan nur wenige Bands. ("Dredg" und "The Mars Volta" seien da noch genannt). Sie haben majestätische Melodien, verschachtelte Songstrukturen und grobe Punk-Roots. Manchmal bringen sie all das in einen Song ein, manche Elemente werden bei bestimmten Tracks besonders hervorgehoben. "Homage" und vor allem "Days Of Being Wild" sind straighte Punknummern, "How Near How Far" und "Monsoon" epische Rockarien mit der richtigen Portion Pathos. Weil "Trail Of Dead" ihre Stärken ganz gekonnt dosieren, lässt die Spannung auf diesem grossartigen Album niemals nach. Kurze, kranke Noise-Attacken wechseln sich ab mit sphärischen Klängen, Akkordeon, Geigen und Trompeten, Sample-Collagen leiten so manche Songs ein oder unterlegen sie, und dann donnert immer wieder dieses Schlagzeug los, um die nächste Energieentladung einzuleiten. "Trail Of Dead" entlassen den Hörer mit dem sehr entspannten Titelsong, der am Ende noch mal kurz abhebt, bevor dann Streicher das Ende einläuten. Ein ganz ganz grosses Indie Rock Noise Inferno. Köpfchenmusik die aber auch zum Tanzen anregt ... Meisterwerk des letzten Jahres. 10/10 Hörproben |
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