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Apocalyptica

Reflections

Apocalyptica - ReflectionsDas neue Album der finnischen Cello-Rocker. Nach dem Zusammenschrumpfen auf nur noch 3 Cellisten Eicca Toppinen, Perttu Kivilaakso und Paavo Lötjönen haben sich die klassisch ausgebildeten Finnen nach "neuen" Wegen umgeschaut, das Ergebnis ist die Zusammenarbeit mit 2 Schlagzeugern und einem Komponisten musikalisch zusammengeführt in diesem neuestem Album.

Wenn man die CD einlegt, wird man nahezu überrumpelt. Ein sehr dynamischer lauter und überraschender Anfang lassen gleich das Konzept der neuen Platte erahnen: nicht mehr reine Melodien sondern nun auch ordentlich Beat dahinter - die Drummer zimmern voll rein. Jedoch ist Prologue (Aprehension) in meinen Augen nicht wirklich sehr gelungen. Die neue Linie mit dem Schlagzeug hört sich anfangs überraschend neu und gut an, man merkt jedoch hier früh das das Schlagzeug bei der eh sehr schnellen Melodie sehr treibt. Die ruhigeren Teile sind gut anzuhören werden jedoch immer vom überdynamischen Thema eingeholt.

Lied 2 heißt No Education und hier ist die Mischung aus Schlagwerk und Streichern extrem gut gelungen! Das Schlagzeug gibt auch hier wieder dynamisch den Takt an, jedoch nicht so Dominant wie in "Prologue". Des Weiteren bremst das langsamere, für Apocalyptica typischer klingende Thema zusätzlich ab. Wer Apocalyptica kennt, findet sich in der guten Qualität der Mischung aus den Cellos wieder und freut sich über den sonst fehlenden Beat der vergangenen Alben. Neue Hörer dürfte der Cello-Rock ein völlig neues Gebiet in der Musik eröffnen.

Das dritte Stück wird von Apocalyptica selber als Herzstück des Albums gesehen und ist ein wirkliches Meisterwerk. Es steht im krassen Gegensatz zu den ersten beiden Stücken und bietet etwas für Apocalyptice noch nie dagewesenes: Das Zusammenspiel mit einem Klavier. Hier wird sehr deutlich die Zusammenarbeit mit dem Komponisten deutlich. Ein langsames und sehr melodisches Klaviersolo leutet "Faraway" ein, nach und nach setzen die Cellis dazu ein, die Klavierstimme wird auf die Dreiklänge erweitert und später kommen noch die Schlagzeuge dazu. Ein stück das zum Entspannen und Staunen einlädt.

In "Somewhere around nothing" gehts dann wieder dynamischer zu. In gewohnter Apocalyptica Manier werden die Cellos geradezu gequält und hören sich dadurch fast wie normale Gitarren an. Dieses Stück bietet den typischen Apocalyptica-Standart, ein dynamisches Thema auch hier wieder gut unterlegt mit einem Schlagzeugbeat, das in diesem Stück durch geile Fills begeistert. Auch die verzerrten Cello Stimmen fehlen in diesem Stück, welche ja bei Apocalyptica gerne zum Einsatz kommen und einigen Stücken daher einen fast "kranken" Touch verleihen .

Stück Nr 5 ist dann "Drive". Es besticht durch sein eindringliches Thema und die diesmal höher liegende Melodiestimme. Bass und Schlagzeug halten sich sehr zurück und der melodische Aspekt kommt wieder sehr gut durch. Dieses Stück erinnert noch stärker an die früheren Stücke von Apocalyptice und man hört die klaren Vorteile der dazugekommenen Schlagzeuge.

In "Cohkka" und "Conclusion" geht es wieder ruhiger und melodischer zu. In gewohnter Weise wird in "Cohka" über ein melodiespielendes Cello gut Spannung im Stück aufgebaut, während die begleitenden Cellos mal einen beunruhigenden fast bedrohlichen (gerade der Bass) und mal einen friedlichen Eindruck vermitteln. "Conclusion" ist einer persönlichen Freundin der 3 gewidmet (Laura laut Booklet). Hier wurde komplett auf andere Instrumente verzichtet und die Cellos spielen ganz alleine die sehr langsame und fast deprimierende Melodie. Wie man es von melodischen Stücken Apocalypticas gewohnt ist, ist die Stimmung melancholisch schön und man genießt einfach die sanft eingespielten Töne des Leit-Cellos.

"Resurrection" - Auferstehung ist der Titel des achten Stückes von Reflections, etwas unpassend wie ich finde denn das Stück beginnt mit einer harten durcgezogenen Basslinie die wirklich düster klingt und den Titel nicht vermuten lässt. Das Stück besticht wieder durch die neue sehr gute Mischung aus Percussion und Cellos so wie "No Education". Kennzeichnend für dieses Stück sind die immer wieder auftretenden Off-Beats der Schlagzeuges und des Bass-Cellos und der Verzerrtheit in einigen Teilen des Stückes.

"Heat" macht seinem Namen alle Ehre: eine starke Basslinie leitet das Stück ein und die Cellos verleihten dem Stück einen mystischen Charakter, passend zu der Mythik des Feuers, welche schon seit Urzeiten andauernd. In diesem Stück werden die Schlagzeuge auf einmal durch ihre Drumms mit Melodieträger, was diesen Effekt noch weiter unterstützt. Dadurch wirken die Schlagzeuge dominanter als sonst, unterstützten aber durch ihr langsameres Tempo den eben angesprochenden Effekt.

"Cortége" beginnt zunächst wie man es von Apocalyptica gewohnt ist: mit einem melodischen, aber melancholischen Cello-Intro. Dieses schlägt aber urplötzlich in die neu eingeschlagene Linie von Apocalyptica ein. Schlagzeug und Bass setzen temporeich ein und übernehmen die Führung des Stückes. Was völlig überraschend für den Höhrer kommt hört sich einfach geil an. Die Dynamik dieser Explosion wird dann durch Verlangsamung des Tempos herausgenommen und findet sich wieder in einem sehr düsteren melodischen Teil wieder, der von einem ganzen Streich-Orchester gespielt wird und langsam ausklingt.

Zu "Pandemonium" kann man nicht viel mehr sagen, als dass sich auch hier wieder die gelungene neue Mischung aus Schlagzeug und Cello zeigt. Apocalyptica hat wirklich gut daran getan sich nicht mehr auf ihre kleine Klangwelt zu beschränken sondern sich für neues zu öffnen.

"Toreadeor II" ist wie der Titel schon sagt die Weiterführung des Apocalyptica Stückes Toreador. Die düstere und schwerfällige Basslinie würde einem schnellen dynamischen Thema gemixt und gibt eine sehr geile Mischung. Wenn man die beiden Toreador Stücke vergleicht lässt sich sehr gut hören, was an Apocalyptica alles neu ist und was beibehalten wurde...

Mit "Epilouge (Relief)" endet das Album in einer schön ausklingende Melodie. Ohne großes Trara wird die wieder melancholisch schöne Melodie von den Cellisten vorgestellt und beschreibt einen gelungenen Abschluß des Albums Reflections.


Ich habe mir diese Platte am Montag gekauft, gerade als sie rausgekommn ist und höre sie seitdem täglich rauf und runter. Gerade durch die neue Mischung mit Percussion ist sie für mich das bisher beste Album von Apocalyptica und ihr Geld in jeden Fall wert

10/10 ohne jeden Zweifel
EDANTS