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At The Drive In

Relationship Of Command

At The Drive In - Relationship Of CommandDas ist es also, das Abschiedswerk einer Band, die ihre Segel gerade zu dem Zeitpunkt eingezogen hat als der Wind um die Band erst so richtig am Aufkommen war. Gerade mal eine Ep und ein komplettes Album schmückt die Discografie dieser absolut talentierten (Ex)Band. Da fragt man sich doch...warum? Beim ersten Hören sieht man erst einmal vor lauter Bäumen den Wald nicht, man fühlt sich mit dem Album regelrecht überfordert. Was hier aufgebaut wird mutet zunächst wie ein bizarres Durcheinander verschiedenster Klangcollagen an, man hat das Gefühl, die Platte würde vor einem weglaufen wollen, ehe sie nach mehrmaligem Hören auf knallharten Konfrontationskurs geht und man selbst nicht mehr vor ihr wegrennen kann, sich die Fragmente herausbilden, diese Fragmente zu schlüssigen Arrangements erhoben werden, plötzlich Melodien um die Ecke spazieren, Bilder sichtbar werden, das bizarre Durcheinander dem Song weichen muss. Ein Album, dass mehr als über sich selbst hinaus wächst. Dies als sehr progressiven experimentellen Emo-Core zu bezeichnen käme bei einer Kurzbeschreibung wohl noch am ehesten hin, trifft den Nagel aber nur zur Hälfte auf den Kopf. Derart verschobenes Songwriting so schlüssig und krampffrei auf Platte zu bannen ist mehr als "nur" Kunst. Jede Wette, dass At The Drive-In keine Sekunde auf diesen Sound zugearbeitet haben, sondern dieser vielmehr ein verinnerlichter Bestandteil der Band ist, der sich ihr selbst aufgedrängt hat. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass man es schaffen konnte, aus einem anfangs derart undurchsichtigen Durcheinander ein derart homogenes Gesamtwerk zu schaffen. Musik für die Ewigkeit, die man nicht kopieren kann. Dafür ist sie viel zu ehrlich. Einzelne Stücke hervorzuheben heisst den Kontext dieses (Kunst)Albums zu zerstören. Wer auch nur annährend etwas mit Punk, Hc oder Emocore anfangen kann, kauft sich diese Cd. Fertich!

10/10
Third Eye